Leuchten
Licht ist ein lebenswichtiger Faktor. Ohne Licht ist kein Leben auf
der Erde denkbar. Unser Auge ist der wichtigste Empfänger den
wir haben. Achtzig Prozent aller Informationen über unsere
Umwelt erhalten wir durch den Sehvorgang. Um etwas zu sehen,
muss es beleuchtet sein: bei Tag durch die Sonne, bei Dunkelheit
mit Hilfe von künstlichen Lichtquellen. Das Licht ist unsere
Verbindung zur Umwelt.
Hohe Sehleistung bedeutet sicheres Kontrastsehen, hohe
Sehschärfe und Wahrnehmungsgeschwindigkeit bedeuten ferner
schnelles und sicheres Erkennen und Wahrnehmen sowie
Sicherheit auch im Sinne des Arbeitsschutzes. Hoher
Sehkomfort wird durch Formen, Farben und weitere gestalterische
Elemente von Raum und Beleuchtung beeinflusst und
unterstützt das Denken, Handeln und Wohlbefinden.
Eine Voraussetzung für gute Beleuchtung ist die Einhaltung vom
Mindestanforderungen.
Dies sind als quantitative und qualitative
Gütemerkmale in DIN 5035 und der Arbeitsstätten-Richtlinie 7/3
beschrieben.
Gütemerkmale der Beleuchtung:
- Beleuchtungsstärke
- Leuchtdichteverteilung
- Farbwiedergabe/Lichtfarbe
- Lichtrichtung und Schattigkeit
- Vermeidung von Reflexblendung
- Begrenzung der Direktblendung
Das Beleuchtungsniveau wird durch die Beleuchtungsstärke
bzw. durch die Leuchtdichte am Arbeitsplatz bzw. auf der
Sehaufgabe beschrieben.
Die Beleuchtungsstärke ist der wichtigste beleuchtungstechnische
Planungswert. Sie wird über die visuelle Leistung vorgegeben
und beeinflusst Art und Anzahl der einzusetzenden
Leuchten und damit den Energieaufwand für die Beleuchtung.
Lichtstrom F
Eine der wichtigsten lichttechnischen Einheiten ist der
Lichtstrom. Der Lichtstrom ist die Lichtleistung, die von einer
Lichtquelle abgegeben wird (Maßeinheit Lumen lm). Die
Lichtausbeute ist der Quotient aus Lichtstrom und zugeführter
elektrischer Leistung. Die Angabe der Lichtausbeute ermöglicht
eine Aussage über den Wirkungsgrad einer Lichtquelle.
Beleuchtungsstärke E
Die Beleuchtungsstärke E ist der Quotient aus dem auf einer
Fläche auftretenden Lichtstrom und der beleuchtenden Fläche A
(Maßeinheit Lux lx).
Mittlere Beleuchtungsstärke E
Die mittlere Beleuchtungsstärke ist der arithmetische
Mittelwert der Beleuchtungsstärke in einem Raum oder in einer
Raumzone. Unter Raumzone wird der Bereich eines Raumes
verstanden, in dem eine gleichartige Tätigkeit an mehreren
Arbeitsplätzen ausgeübt bzw. der gleichartig genutzt wird.
Nennbeleuchtungsstärke En
Die Nennbeleuchtungsstärke ist der Nennwert der mittleren
Beleuchtungsstärke im eingerichteten Raum oder in einer
Raumzone. Die Nennbeleuchtungsstärke bezieht sich im allgemeinen
auf die horizontale Arbeitsfläche in 0,85m Höhe über
dem Fußboden, wenn nicht eine andere Bezugsebene vorgegeben
ist. Die Nennbeleuchtungsstärke bezieht sich auf den mittleren
Alterungszustand der Anlage.
Lichtstärke I
Die Lichtstärke ist der Quotient aus dem von einer Lichtquelle in
einer bestimmten Richtung ausgesandten Lichtstrom und dem
durchstrahlten Raumwinkel w. Die Lichtstärke ist also das Maß
für die Lichtausstrahlung in einer bestimmten Richtung
(Maßeinheit Candela cd).
Leuchtdichte L h
Die Leuchtdichte ist ein Maß für den Helligkeitseindruck, den
das Auge von einer selbstleuchtenden oder beleuchteten Fläche
hat. Sie ist die einzige lichttechnische Größe die man sieht. Dabei
ist als gesehene (scheinbare) Oberfläche A die Projektion einer
leuchtenden Fläche auf eine zur Blickrichtung senkrechten Ebene
zu verstehen (Maßeinheit Candela pro qm).
Lichtausbeute h
Die Lichtausbeute gibt das Verhältnis des Lichtstroms zur aufgenommenen
elektrischen Leistung einer Lichtquelle an und ist
ein Maß für die Energieeffizienz. Die Einheit der Lichtausbeute
ist Lumen pro Watt.
Begrenzung der Blendung
Unter Blendung versteht man einen Sehzustand, der durch eine
ungünstige Leuchtdichte-Verteilung, durch zu hohe Leuchtdichten
oder zu große räumliche oder zeitliche Leuchtdichte-
Kontraste als unangenehm empfunden wird und eine Herabsetzung
der Sehfunktion zur Folge hat. Dementsprechend
unterscheidet man:
Psychologische Blendung: Blendung, die allein unter dem
Gesichtspunkt der Störempfindung bewertet wird. Psychologische
Blendung führt bei längerem Aufenthalt im Raum zu
vorzeitiger Ermüdung und Herabsetzung von Leistung, Aktivität
und Befinden.
Physiologische Blendung: Blendung, die zu einer Herabsetzung
des Sehvermögens (z.B. Unterschieds-Empfindlichkeit,
Formerkennbarkeit) führt. Im folgenden wird nur über die psychologische
Blendung gesprochen. Hier unterscheidet man
Direktblendung und Reflexblendung.
Begrenzung der Direktblendung
Unter Direktblendung versteht man eine Blendung, die unmittelbar
durch Leuchten oder leuchtende Flächen hervorgerufen
wird. Unter Reflexblendung versteht man eine Blendung und
Kontrastminderung, die durch Spiegelung hoher Leuchtdichten
auf glänzenden Oberflächen hervorgerufen wird. Sowohl die
Direktblendung als auch die Reflexblendung sind zu vermeiden.
Das hat unter anderem als Konsequenz, daß z. B. freistrahlende
Leuchtstofflampen in den meisten Fällen nicht eingesetzt werden
können. Grundsätzlich müssen alle Lichtquellen hoher
Leuchtdichte abgeschirmt werden. Die Bewertung der psychologischen
Blendung erfolgt durch sogenannte Güteklassen (GK).
Nach DIN 5035 Teil I werden die Güteklassen der Begrenzung
der Direktblendung in vier Kategorien von GK A (sehr hohe
Anforderungen) bis GK 3 (geringe Anforderungen) eingeteilt.
Begrenzung der Reflexblendung
Spiegeln sich hohe Leuchtdichten auf dem Sehobjekt, so kann
dies zu Kontrastminderung und somit zu schlechteren
Sehbedingungen führen. Diese Erscheinung wird als
Reflexblendung bezeichnet. Die Minderung des Kontrastes einer
Sehaufgabe bei der betreffenden Beleuchtung wird beschrieben
als das Verhältnis dieses vorliegenden Kontrastes zu dem
Kontrast der gleichen Sehaufgabe (z.B. Buchstaben auf weißem
Papier) unter einer völlig diffusen Bezugsbeleuchtung. Dieses
Verhältnis wird als Kontrastwiedergabe-Faktor (CRF) bezeichnet.
Zur Vermeidung von Reflexblendung wird in DIN 5035 Teil 1,
angegeben
- Anordnung von Leuchten und Arbeitsplätzen:
Durch geeignete Anordnung sind Leuchten und Arbeitsplätze
einander so zuzuordnen, dass für den arbeitenden Menschen
möglichst keine störenden Lichtreflexe auf dem Sehobjekt entstehen
können. Für ebene, waagerechte liegende Sehobjekte ist
dies bei seitlicher Lichteinfalls-Richtung gegeben. Zu starke
Schattenbildung ist jedoch zu vermeiden.
- Leuchtdichtebegrenzung der Leuchten:
Leuchten, die für den arbeitenden Menschen störende Lichtreflexe
auf dem Sehobjekt erzeugen können, sollen für die
kritischen Ausstrahlungs-Richtungen niedrige Leuchtdichten
haben.
- Gestaltung der Oberflächen:
Oberflächen, in denen sich Leuchten spiegeln können, sollen
matt oder entspiegelt gestaltet sein. Dies gilt im besonderen für
Oberflächen von Arbeitsplätzen, Papier, Sichthüllen,
Schreibmaterial wie Tinte, Tusche, Tasten von Schreibmaschinen,
EDV Terminals, Bildschirmgeräte usw.
- Helle Decken und helle Wände:
Hohe Leuchtdichten können erzielt werden durch hohe
Reflexionsgrade der Decke, der Wände, des Fußbodens und der
Einrichtungsgegenstände, sowie durch einen Indirektanteil der
Beleuchtung.
Reflexionsgrad r
Der Reflexionsgrad gibt an, wie viele von dem auf eine Fläche
auffallenden Licht reflektiert wird. Er ist eine wichtige Größe für
die Beleuchtungsplanung. Helle Räume mit hohem
Reflexionsgrad können in der Regel wirtschaftlicher beleuchtet
werden und erscheinen freundlicher und großzügiger als dunkle
Räume. Einige Reflexionsgrade und Farben finden Sie in der
unteren Tabelle.

Lichtfarbe und Farbwiedergabe Die Lichtfarbe der Lampen wird durch die ähnlichste Farbtemperatur gekennzeichnet. Diese ergibt sich durch visuellen Vergleich der Lichtquelle mit einem Temperaturstrahler mit der absoluten Temperatur K (Kelvin), der zum gleichem Farbeindruck führt. Die Lichtfarbe wird nach DIN 5035 in drei Gruppen eingeteilt.

Die Lichtfarbe beschreibt das farbige Aussehen der Lichtquelle
bei deren direkter Betrachtung. Demgegenüber beschreiben die
Farbwiedergabeeigenschaften die Fähigkeit der Lampe, Körperfarben
(Textilien, Anstriche usw.) richtig und unverfälscht wiederzugeben.
Die Farbwiedergabe wird durch die spektrale
Verteilung des Lichtes (Spektrum) bestimmt.
Der Allgemeine
Farbwiedergabeindex Ra beschreibt diese Eigenschaften, die
anhand einer Bezugslichtquelle und diverser Testfarben nach
DIN 6169 ermittelt werden. Je höher der Wert für Ra ist, desto
geringer ist die Abweichung der unter der betreffenden
Lichtquelle visuell wahrgenommen Körperfarbe von der Bezugslichtquelle,
z.B. des Tageslichtes oder eines Temperaturstrahlers
mit ca.2950 K. Nach DIN 5035-1 wird die
Farbwiedergabe in Stufen 1A bis 4 unterteilt.
